Die Frau Titanik von Lio Re

Mariette ist Rose. Sobald sie morgens die silberne Halskette mit dem blau funkelnden Herz- Anhänger anlegt, bis zu dem Punkt an dem sie diese Abends nach dem Ablegen der Kleidung als letztes auszieht. Im Schlaf braucht sie keine Requisite um Rose zu sein, da träumt sie.
Mariette ist um die dreißig, arbeitet morgens in einer kleinen Bäckerei unweit ihrer kleinen Stadtwohnung und weiß nicht so recht, was sie vom Leben will. Jedenfalls denkt ihre kleine, runde Chefin, dass es so sei. Mariette weiß, was sie will: So sein wie Rose und ihr Leben auf einem Schiff wie der Titanik verbringen. Ein Leben in Üppigkeit und Pracht, das sie sich herbeisehnt seit sie 1997 zum ersten Mal im Kino war und das Unglück der Königin der Schiffe beweinte.
Siebzehn Jahre später geht Mariette jeden Abend, bevor sie schlafen geht, in der Dämmerung spazieren, und an einem warmen Tag im Mai entdeckt sie die Arcade. Eine verlassene Ladenpassage mit rotem und weißem Marmorboden, verschnörkelten Geländern und einem Wirrwarr von Treppen und Emporen. Noch in dieser Nacht packt Mariette einen kleinen ledernen Koffer und verlässt die Arkade erstmal nicht mehr.

So lautet der Plot auf dem Schutzumschlag von Lio Re’s neuestem Roman Die Frau Titanik, der in Kürze erscheinen wird.

Lio Re hat Germanistik und Kunstgeschichte in Bochum studiert und lebt und arbeitet nun als freischaffende Schriftstellerin in Leipzig. Als sie ihren Bruder im Herbst 2013 in Bielefeld besuchte, sah sie die Arcade und nahm sie als Vorlage für das Marmor-gewordene Paradies ihrer Protagonistin Mariette.

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Demnächst wird es exklusiv auf Hotel Existenz einen Auszug des noch unveröffentlichen Romans von Lio Re geben.